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3 Fragen an …

Experteninterview Prof. Dr. Jörg Reichrath

Prof. Dr. Jörg Reichrath

In Ihrem Buch “Vitamin D Update 2012″ gehen Sie unter anderem auch auf die natürliche Vitamin D-Versorgung durch Besonnung ein. Was halten Sie von der “Panikmache” vor der Sonne, die in der Presse häufig propagiert wird?
“Panikmache” ist vor der Sonne nicht angezeigt, es ist aber wichtig richtig mit ihr umzugehen. Mit der Sonnenlichtexposition ist es wie mit vielen anderen Dingen im Leben: die Dosis ist entscheidend! Bei niedriger Dosis überwiegen die positiven Effekte (u.a. Vitamin D-Synthese), bei höherer Dosis dagegen die negativen Effekte (u.a. erhöhtes Hautkrebsrisiko, Hautalterung). Ein Sonnenbrand sollte unbedingt vermieden werden.

Insbesondere ältere Menschen sind von einem Vitamin D-Mangel betroffen. Können Sie diesen Zustand näher erläutern?
Die Ursachen für einen Mangel bei älteren Menschen sind vielfältig. Einerseits wissen wir, dass die Haut älterer Menschen weniger Vitamin D produziert, daneben gibt es aber weitere Ursachen. Beispielsweise exponieren ältere Menschen ihre Haut seltener dem Sonnenlicht (z.B. bei Bettlägerigkeit).

Was sind Ihre Ratschläge, um einen Vitamin D-Spiegel von empfohlenen 40-60 ng/ml zu erreichen?
Es ist umstritten, ob ein Blutwert von 40-60 ng/ml generell empfohlen werden soll. Wer dieses Ziel erreichen möchte, sollte Vitamin D-Tabletten einnehmen und den Blutwert kontrollieren.