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Unfruchtbar durch Vitamin D-Mangel?

Urlaub in der Sonne als Alternative zur künstlichen Befruchtung

Statt sich teuren und belastenden Behandlungen gegen die Unfruchtbarkeit zu unterziehen, sollten Paare mit Kinderwunsch es mit einem Urlaub in der Sonne probieren: Die Sonne steigert die Fruchtbarkeit, indem sie für einen besseren Blutwert sorgt.

Ein höherer Vitamin D-Spiegel hat erhebliche Auswirkungen auf die weiblichen Hormone bei Frauen und die Sperma-Aktivität bei Männern. Auf diese Weise trägt ein Urlaub in sonnigen Gefilden zur Fruchtbarkeit bei – außerdem bietet ein Urlaub natürlich auch Zeit und Ruhe abseits der Alltagshektik.

Diese relativ unkonventionellen Ratschläge ergeben sich aus einer aktuellen Studie, die in Österreich von zwei Forscherinnen veröffentlicht wurde. Sie haben sich mit der Frage beschäftigt, welche Rolle Vitamin D bei der Fruchtbarkeit spielt. Eindeutiges Ergebnis der Studie ist, dass Sonne und  das Prohormon in engem Zusammenhang mit den Geschlechtshormonen stehen.

Auch andere Mediziner beschäftigen sich seit Längerem damit, ob es einen Zusammenhang zwischen der weltweit steigenden Unfruchtbarkeit und dem steigenden Vitamin D-Mangel gibt. Die Zusammenstellung relevanter Ergebnisse in der vorliegenden Studie ergibt ein recht eindeutiges Bild: Das Sonnenvitamin ist nicht nur für gesunde Knochen und zur Prävention vieler Krankheiten entscheidend, bei der Fruchtbarkeit spielt es im Körper ebenfalls eine bislang unterschätzte Rolle.

Vitamin D für die Geschlechtshormone wichtig

Bei Frauen steigert ein hoher Spiegel die Werte der weiblichen Hormone Progesteron und Östrogen um bis zu 20%. Hinzu kommt, dass Frauen mit einem Mangel unter einem zu hohen Testosteronspiegel leiden. Dieser führt bei ihnen – im Gegensatz zu den Männern – zum Rückgang der Fruchtbarkeit.

Bei Männern tragen die Sonnestrahlen zu einer besseren Spermaqualität bei. Denn bei Männern sorgt Vitamin D für einen höheren Testosteronspiegel, der ihre Fruchtbarkeit steigert.

Der positive Effekt des Sonnenhormons auf die Geschlechtshormone sowohl bei Männern als auch bei Frauen könnte erklären, warum im Winter die Empfängnisrate in der nördlichen Hemisphäre absinkt und im Sommer ansteigt.

Die Forscherinnen empfehlen Paaren, die Probleme mit der Fruchtbarkeit haben, mehr Aufenthalte in der Sonne oder alternativ die Einnahme von Präparaten. Schon seit Jahren berichten Mediziner, dass die Gabe von Vitamin D bei Problemen mit der Fruchtbarkeit zu Erfolgen führt. Gut, dass nun eine weitere wissenschaftlich fundierte Studie diesen Zusammenhang aufzeigt und eine Alternative zu den belastenden und teuren künstlichen Befruchtungen erörtert.

Sonne und Vitamin D helfen bei unerfülltem Kinderwunsch

Jedes Jahr unterziehen sich Tausende von Patientinnen und Patienten aufwendigen, belastenden und teuren Behandlungen zur Behebung von Fruchtbarkeitsstörungen. Denn in vielen Ländern der Nordhalbkugel geht die Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen seit Jahren zurück.

Die Empfehlung für die Betroffenen lautet, in einem ersten Schritt durch längere Aufenthalte in der Sonne und die Einnahme von Vitamin D den Blutwert bei Mann und Frau zu erhöhen. Die wissenschaftliche Forschung zu dem Thema steht noch am Anfang, aber der Zusammenhang zwischen Vitamin D und Fruchtbarkeit ist mittlerweile sehr deutlich. Die Medizin wird nun versuchen herauszufinden, ob die Kombination aus Sonnenschein, Vitamin D-Therapie und anderen medizinischen Möglichkeiten Paaren mit gravierenden Fruchtbarkeitsstörungen noch besser helfen kann.

Sie möchten die Studie aus Graz im Detail nachlesen? Hier finden Sie den Originaltext:
Elisabeth Lerchbaum, Barbara Obermayer-Pietsch “Vitamin D and fertility – a systematic review”. European Journal of Endocrinology January 30, 2012