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Vitamin D – Calciferol

Vitamin D Calciferol

Wissenschaftliche Fakten

1936 wurde Vitamin D erstmals aus Thunfischöl isoliert, dies war ein wichtiger Schritt hin zu Nahrungsergänzungsmitteln. Seit 1952 kann das Prohormon auch im Labor hergestellt werden.

  • Vitamin D3 (C27H44O): Der Körper stellt bei Sonnenbestrahlung aus 7-Dehydrocholesterol das auch Cholecalciferol genannte Prohormon selbst her. Calciferol kommt in der Natur eigentlich nur in Fischleberöl vor. Interessanterweise können aber Fische selbst kein Vitamin D produzieren. Sie nehmen es über die Nahrungskette mit Phytoplankton auf, und so gelangt es in die Nahrungskette bis zum Menschen.
  • Vitamin D2 (C28H44O): entsteht nicht aus Cholesterin, sondern aus Ergosterol und heißt deshalb Ergocalciferol. Es findet sich in der Pflanzenwelt. Eine besondere Stellung nimmt die Rentierflechte ein, die sowohl Vitamin D2 als auch Vitamin D3 enthält.

In der Forschung gibt es etliche Hinweise darauf, dass Vitamin D3 bei der Einnahme wirksamer ist als Vitamin D2. Das im Handel erhältliche natürliche Vitamin D3 stammt aus zwei Quellen: Lebertran oder Lanolin. Aus dem Lanolin der Schafwolle wird unter Bestrahlung mit UVB-Licht Vitamin D3. Es gilt als vegetarisch (dem Tier wird kein Schaden zugefügt, es wird lediglich geschoren), aber nicht als vegan. Deltastar Nutrients hat auch veganes Vitamin D3 im Angebot, das aus Pilzen gewonnen wird.

Dosierung: Allgemeine Empfehlungen zu niedrig

Nach wie vor drehen sich Teile der Diskussion um die Frage der angemessenen Dosierung. Offizielle Dosierungsempfehlungen sind nach Meinung vieler Experten zu niedrig angesetzt. Zwar hat sich hier in den letzten Jahren einiges getan und die Werte wurden durch die offiziellen Stellen hochgesetzt – allerdings sind die Werte immer noch zu niedrig, um einen Mangel wirkungsvoll zu bekämpfen.

Die individuell korrekte Dosierung eines Präparates lässt sich am besten festlegen, wenn der Vitamin D-Status im Rahmen eines Tests bestimmt wurde. Daraus ergibt sich dann die notwendige Dosis, um einen Mangel auszugleichen.

 

Beispiel: Aktuelle US-amerikanische Referenzwerte (DRI) für die tägliche Zufuhr von Vitamin DSäuglinge 0-12 Monate:………………………………. 400 IE (10 mcg)1-50 Jahre (männlich oder weiblich):………….….… 600 IE (15 mcg)51 bis 70 Jahre:………………………………..………. 600 IE (15 mcg)

über 71 Jahre:………………………………….….…… 800 IE (20 mcg)

Schwangere und Stillende:……………………..….… 600 IE (15 mcg)

Quelle: National Institute of Health, 2011: http://ods.od.nih.gov/factsheets/vitamind#h4

In den USA lag die empfohlene Tagesdosis  für Erwachsene im fortgeschrittenen Alter früher bei nur 5 mcg (200 IE). Von daher stellen die aktuellen Empfehlungen eine Verbesserung dar.

Allerdings kommen Experten zu dem Schluss, dass diese Mengen bei Weitem nicht ausreichen, wenn eine Person zu wenig Sonnenstrahlen abbekommt oder bereits ein Mangel vorliegt. Diese Mengen helfen überhaupt nicht bei therapeutischen Behandlungen z. B. gegen Rachitis, dafür sind sie viel zu gering. Zur Behandlung von Rachitis sind Dosierungen von 1.600 IE/Tag erforderlich, bei besonders schweren Fällen können Tagesdosen von 50.000 bis hin zu 300.000 IE nötig sein.

2003 veröffentlichte das “British Medical Journal” eine doppelblinde, kontrollierte Studie: Fünf Jahre lang erhielten über 2.000 Senioren alle vier Monate 100.000 IE Vitamin D3 oral verabreicht. Erfreuliches Ergebnis der Studie war, dass die Frakturenhäufigkeit sehr deutlich zurückging. Bemerkenswert daran ist außerdem, dass weder bei Männern noch bei Frauen negative Auswirkungen der hohen Dosierung festzustellen waren.

Der große Vorteil einer zusätzlichen Vitamin D-Gabe wird aktuell in vielen Studien und Veröffentlichungen dargestellt: Vitamin D in relativ hohen Dosierungen wirkt präventiv gegen einige Krebsarten, das Fortschreiten von Osteoarthritis, Multipler Sklerose, Bluthochdruck etc.

Kann Calciferol überdosiert werden?

Eine wirkliche Überdosierung  erfordert eine extrem hohe Einnahme über Monate hinweg. Hohe Dosierungen, die nur kurzfristig eingenommen werden, sind keinesfalls schädlich oder gar toxisch. In der Fachliteratur wird seit vielen Jahren diskutiert, ab wann es zu negativen Auswirkungen kommen kann.

Experten gehen davon aus, dass die Mengen, die der Körper eigentlich braucht, sehr viel höher sind als bisher angenommen. Wird der gesamte Körper ungeschützt Sonnenlicht ausgesetzt, produziert er mindestens 250 mcg (10.000 IE) pro Tag. Wieso sollte dann eine solche Dosis schädlich sein? Calciferol in zu hohen Dosen über lange Zeit erzeugt Symptome, die als Warnsignale zu bewerten sind: Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, gefolgt von Polyurie, Polydipsie, Schwäche, Unruhe und Juckreiz. Eine starke Überdosierung über einen langen Zeitraum kann außerdem zu einer Beeinträchtigung der Nierenfunktion führen.

Unter Medizinern bekannte Fälle einer Überdosierung mit der Folge einer Vitamin D-Toxizität mit Hyperkalzämie weisen alle eine Aufnahme von 1.000 mcg (40.000 IE) oder mehr pro Tag auf. Fest steht, dass Calciferol potenziell toxisch ist, allerdings sind die gesunden Grenzwerte bislang viel zu gering angesetzt. Die Datenlage zeigt, dass die derzeit anerkannte Obergrenze von 50 mcg (2.000 IE) pro Tag, bei der keine negativen Wirkungen zu beobachten sind, um mindestens das 5-Fache zu niedrig ist.

Welche Auswirkungen hat ein anhaltendes Defizit?

Ein Vitamin D-Mangel ist vor allem bei Menschen festzustellen, die sich wenig in der Sonne aufhalten und keine Nahrungsergänzungsmittel einnehmen. Zusätzlich können Wirkstoffe in Medikamenten den Mangel verstärken: z. B. Corticosteroide, der Blutgerinnungshemmer Heparin oder die Medikamente Isoniazid und Rifampicin gegen Tuberkulose. Verbreitet tritt ein Mangel bei Senioren auf, die sich oftmals schlecht ernähren, viele Medikamente einnehmen und am wenigsten an die Sonne kommen.

Krankheiten durch Vitamin D-Mangel:

  • Osteoporose
    Calciferol ist im Körper notwendig, damit er Calcium aufnehmen kann und es in den Knochen verarbeitet wird. Gerade bei älteren Personen führt der Mangel zu Osteoporose. Durch eine hoch dosierte Gabe lässt sich die Anfälligkeit für Knochenfrakturen deutlich senken.
  • Rachitis
    Die Krankheit Rachitis ist nicht ausgestorben, wie manche vielleicht vermuten. Auch in Europa treten wieder verstärkt rachitische Krankheitsformen auf. Vor allem Kinder mit dunkler Haut sind oft von einem starken Mangel betroffen, da ihre Haut weniger Vitamin D bildet.
  • Adipositas
    Übergewichtige sind bei der Versorgung auf Nahrungsergänzungsmittel angewiesen. Sie können in der Haut erzeugtes Vitamin D3 viel weniger nutzen als schlanke Personen. Eine Erklärung dafür ist, dass Sonnenvitamin im Körperfett von adipösen Menschen zurückgehalten wird. Dadurch entsteht ein Mangel, der durch die orale Gabe korrigiert werden sollte.
  • Multiple Sklerose
    Patienten mit Multipler Sklerose leiden unter Vitamin D-Mangel und weisen eine extrem verminderte Knochenmasse auf. Multiple Sklerose tritt auffällig häufig in den Regionen mit wenig Sonneneinstrahlung auf, dafür am Äquator fast überhaupt nicht. In der Medizin existiert die Hypothese, dass der enge Zusammenhang zwischen geringer Sonneneinstrahlung und MS an der niedrigen Vitamin D-Produktion in der Bevölkerung liegt. Frederick R. Klenner konnte bereits vor mehr als 30 Jahren von Erfolgen bei der Anwendung einer Vitamin- und Mineralstofftherapie bei Multipler Sklerose berichten.
  • Herzerkrankungen und andere klinische Anwendungsgebiete
    Calciferol spielt eine wichtige Rolle für die kardiovaskuläre Gesundheit. Das Prohormon kann z. B. die Entstehung von Bluthochdruck verhindern und ist darüber hinaus auch bei dessen Behandlung einsetzbar. Der Blutdruck scheint sich mithilfe von Präparaten zu verbessern, unabhängig von einem eventuell bestehenden Mangel. Kongestive Herzinsuffizienz (CHF) kann ebenfalls durch einen Mangel hervorgerufen werden.

Bei der Behandlung der Psoriasis (Schuppenflechte) lassen sich ebenfalls Erfolge durch Vitamin D verzeichnen. Unzureichende Spiegel spielen ebenfalls eine Rolle bei Darmkrebs, Eierstockkrebs, polyzystischem Ovarialsyndrom, rheumatoider Arthritis und Lupus. Säuglinge, die Präparate erhalten, sind zu 80 % weniger von Typ-I-Diabetes betroffen.

 

Weitere ausführliche Informationen zu Vitamin D/Calciferol finden Sie in der angefügten PDF-Datei in dem Artikel “Mangel, Vielseitigkeit, Dosierung“. Dort finden sich auch zahlreiche Literaturhinweise aus der Fachliteratur.
Der Beitrag erschien im Original im Journal of Orthomolecular Medicine: Official Journal of the International Society for Orthomolecular Medicine Volume 18, 3rd & 4th Quarter 2003 “Vitamin D: Deficiency, Diversity and Dosage”