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Vitamin D – Calcium und Osteoporose

Vitamin D-Calcium

Wie groß ist der Zusammenhang zwischen einem Vitamin D3-Mangel und Osteoporose?

Die Knochengesundheit und die durch eine geringe Knochendichte gekennzeichnete Osteoporose werden von Vitamin D3 und Calcium beeinflusst. Der Zusammenhang Osteoporose und Vitamin D ist mittlerweile allgemein anerkannt, allerdings hat ein Mangel am Sonnenvitamin nicht nur Osteoporose zur Folge. Umgekehrt ist es nicht richtig, die Osteoporose nur auf diesen Mangel zurückzuführen.

Osteoporose ist eine gefürchtete Erkrankung, die meist im Alter auftritt. Durch die Osteoporose werden Knochen porös und die Knochendichte nimmt ab. In der Folge sind die Knochen anfälliger für Brüche. 80% aller Osteoporosen betreffen Frauen nach der Menopause.

Die wichtigsten Fragen über den Zusammenhang zwischen Calcium, Vitamin D und Knochengesundheit beantwortet Dr. med. Anna Dorothea Höck in ihrem umfassenden Aufsatz „Die Bedeutung von Vitamin D3 und Calcium für die menschliche Gesundheit“.

Warum ist eine kombinierte Einnahme wichtig?

Bei einem anhaltenden Mangel an Vitamin D kommt es im Laufe der Zeit auch zu einem Calcium-Mangel. Wenn der Spiegel unter 40 ng/ml sinkt, ist keine ausreichende Calcium-Aufnahme im Darm mehr gewährleistet. So sinkt der Vorrat an Calcium im Körper. Das hat gravierende Auswirkungen auf die Knochen, da sie entkalken und eine geringere Knochendichte (Osteoporose) die Folge ist. Darüber hinaus sind weitere biologische Strukturen betroffen, weil Proteine oder nicht knöchernes Stützgewebe ebenfalls entkalken.

Calcium dient als Puffer gegen Protonen und wirkt so der chronischen Übersäuerung entgegen. Calcium ist außerdem bei Proteinen zur Ausbildung ihrer Sekundärstruktur notwendig. Eine unzureichende Calcium-Bindung führt zu Änderungen der Form und Funktion von Proteinen, die sich klinisch erst als Funktionsstörungen, später als nachweisbare Krankheit manifestieren und sogar zu einer Vitamin D-Resistenz führen können.
Darüber hinaus verändert der Calcium-Mangel die Funktionen von Zellen und Genen.

Fazit: Der Mangel an Vitamin D und Calcium kann aus biochemischer, molekularbiologischer und klinischer Sicht nicht voneinander getrennt werden.

Wie lässt sich ein Calcium-Mangel beweisen?

Einen Calcium-Mangel nachzuweisen ist schwierig, da das Calcium im Blut mittels Herauslösen von Calcium aus dem Knochen sehr lange im Normbereich gehalten wird. Ein sicheres Zeichen eines Calcium-Mangels ist jedoch eine Erhöhung des Parathormons (Nebenschilddrüsenhormon), obwohl diese Erhöhung, bedingt durch andere Faktoren, auch ausbleiben kann.

Wieviel Calcium soll eingenommen werden?

Unsere westeuropäische Kost ist arm an Calcium. Oft werden nur 300 mg elementares Calcium pro Tag aufgenommen, obwohl der Tagesbedarf eines gesunden Erwachsenen mit mindestens 1.000 mg angegeben wird. Kinder im Wachstum, alte und kranke Menschen brauchen höhere Dosen. Die Tageshöchstdosis wird mit 2.400 mg elementarem Calcium angegeben. Calcium ist wegen der maximalen Aufnahme durch den Darm von 600 mg pro Mahlzeit auf 2 bis 6 Einzeldosen zu verteilen.

Wie lange sollten Vitamin D3 und Calcium zur Vorbeugung eingenommen werden?

Angepasst an Gesundheitszustand, Klima und Lebensstil sollten an sonnenfreien Tagen auf jeden Fall die notwendigen Mengen Vitamin D3 und Calcium zugeführt werden. Außerdem sollte begleitend ausreichend Calcium mit der Nahrung aufgenommen werden.

Für bereits chronisch Erkrankte empfiehlt sich eine lebenslange Dauerbehandlung. Die Dauereinnahme verhilft zu einem allgemein besseren Gesundheitszustand mit gesteigertem Wohlbefinden, fehlender Infektanfälligkeit und dem Ausbleiben von Erschöpfungszuständen. Die lebenslange Einnahme wirkt sich positiv auf jede chronische Erkrankung aus, insbesondere soll die Osteoporose mit Vitamin D verhindert werden.

Drohen Nierensteine oder Verkalkungen?

Bei verantwortungsvoller Gabe von Vitamin D3 und Calcium ist keine Schädigung zu erwarten. Im Gegenteil zeigt die Erfahrung, dass Menschen, die z.B. zu Nierensteinen neigen, dann weniger Steinabgang aufweisen als ohne Calcium und Phosphat. Das liegt daran, dass Vitamin D3 den biologisch sinnvollen Einbau (d.h. chemische Bindung) von Calcium und Phosphat bewirkt und andererseits Calcium die Vitamin D-Resistenz bessert bzw. verhindert. Aus Sicherheitsgründen sollte aber bei einer Neigung zu Nierensteinen nach Möglichkeit Calciumcitrat verabreicht werden.

Welche Erkrankungen werden außerdem mit einem chronischen Mangel in Verbindung gebracht?

Nicht nur die Osteoporose, auch viele andere Krankheiten werden mit einem chronischen Vitamin D3- und Calcium-Mangel in Verbindung gebracht.

  • Rheumatoide Arthritis und Morbus Bechterew
  • Morbus Crohn und Colitis ulcerosa
  • Multiple Sklerose
  • chronische Infekte (obere Luftwege, Harnwege und Unterleib)
  • prämenstruelles Syndrom, Eklampsie, polycystisches Ovar, Endometriose
  • Parodontitis, Zahnausfall, Karies
  • Rachitis, Osteoporose, Osteochondritis
  • Diabetes mellitus Typ 1 und 2
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen, Herzschwäche, Bluthochdruck, Übergewicht
  • Sklerodermie und Psoriasis
  • Darmkrebs und -adenome, Brustkrebs, Prostatakrebs und -hypertrophie
  • Fibromyalgie
  • Depressionen und chronische Schlafstörungen
  • chronisches Müdigkeitssyndrom
  • Altersschwäche
  • Epilepsie