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Vitamin D und Infekte

Vitamin D-Infekte, Vitamin D-Zufuhr

Haben Sie an eine ausreichende Vitamin D-Zufuhr gedacht?

  • Leiden Sie unter häufigen grippalen Infekten?
  • Unter Harnwegs- oder sonstigen Unterleibsinfekten?
  • Unter chronischer Bronchitis, evtl. sogar mit Asthma?
  • Leiden Ihr Beruf oder Ihr Privatleben darunter?
  • Bekommen Sie oft Antibiotika verschrieben?
  • Haben Sie schon alles versucht, um Ihr Immunsystem zu stärken?

Bei Problemen mit dem Immunsystem sollte man immer auch an den Vitamin D-Spiegel im Körper denken. Lassen Sie Ihren Wert bei Ihrem Arzt oder Heilpraktiker bestimmen. Blutwerte unterhalb von 40 ng/ml (100 nMol/L) führen dazu, dass Sie zu wenig Calcium aufnehmen, selbst wenn Sie sich um calciumreiche Kost bemühen.

Inzwischen haben die Labore in Deutschland zumindest den untersten wünschenswerten Wert auf 30 ng/ml (80 nMol/L) erhöht. Die Mehrzahl der Bevölkerung hat niedrigere Werte, leidet also unter einem Vitamin D-Mangel. Diese von der Mehrzahl abgeleiteten „Normalwerte“ führen demnach in die Irre. Sie sind für die Gesunderhaltung zu niedrig und sollten korrigiert werden.

Woher bekommt der Körper Vitamin D3?

Sonnenlicht: Vitamin D ist ein Sammelbegriff für chemische Verbindungen, die sich alle von einer Vorstufe des Cholesterins herleiten. Es wird hauptsächlich durch Sonnenlicht in unseren Körper gebildet. UV-B-Licht der Wellenlänge 290-315 nm bildet aus 7-Dehydrocholesterol des Fettgewebes unter der Haut eine Vorstufe. Diese wird in der Leber zu 25-Hydroxy-cholecalciferol (25OHD3), dem zur Analyse tauglichen Vitamin D3, umgewandelt.

Nahrung: In der Nahrung findet sich nur in fettreichen Fischen, z.B. in Lachs, genug Vitamin D3, um bei täglichem Genuss den Bedarf des Körpers zu decken. In Pflanzen bildet sich unter Sonneneinstrahlung, vor allem in Pilzen, in sehr geringen Mengen ein chemisch und biologisch ähnlicher Stoff, das Ergocalciferol, auch Vitamin D2 genannt.

Wegen dieser geringen Verfügbarkeit in Nahrungsmitteln ist es im strengen Sinne kein Vitamin. Da die Sonne in Deutschland und allen nördlicher gelegenen europäischen Ländern nicht ausreichend scheint, leidet ein Großteil der Bevölkerung Mittel- und Nordeuropas an einem chronischen Mangel.

Vitamin D – Lebenswichtig

  • Knochen: Bekannt ist die Wirkung auf die Entwicklung der Knochen. Deshalb wurde im vergangenen Jahrhundert Vitamin D in Form von Lebertran gegen Rachitis verabreicht.
  • Organe: Auch die anderen Organsysteme des Körpers brauchen eine ausreichende Versorgung um optimal zu funktionieren. Vitamin D wird für die korrekte Genexpression, aber auch für direkte zelluläre Signalübermittlung gebraucht.
  • Immunabwehr: Neue wissenschaftliche Erkenntnisse beweisen, wie wichtig das Prohormon insbesondere für das Immunsystem ist. Vor allem die angeborene Immunität, die die Erstabwehr bei einer Keiminvasion darstellt, wird durch Vitamin D gestärkt. Bei dieser ersten Keimabwehr hilft es den Fresszellen (Makrophagen) des Immunsystems diese Keime aufzunehmen, mittels Bildung von Wasserstoffsuperoxid unschädlich zu machen, und Bruchstücke der abgetöteten Keime anderen Immunzellen zur Erkennung anzubieten. Das ruft dann die zweite Immunantwort, die der sogenannten „erworbenen Immunität“ auf den Plan, um z.B. Antikörper und ein „Immungedächtnis“ zu bilden. In diesem Zusammenhang ist insbesondere eine Entdeckung jüngeren Datums sehr interessant: Vitamin D fördert die Genexpression natürlicher Abwehrstoffe gegen Fremdkeime. Diese Abwehrstoffe werden anti-mikrobielle Proteine (AMP) genannt. Sie richten sich sowohl gegen Pilze, Viren als auch gegen Bakterien und stellen durch diese Dreifachfunktion das ideale Mittel gegen Keime dar.
  • Tuberkulose: Auch die erworbene Immunität profitiert von dem Sonnenvitamin. Es hilft, die im Zuge der Keimabwehr errichteten Entzündungs- und Stressreaktionen mittels Hochregulierung entzündlicher Zellbotenstoffe (Zytokine) wieder ausreichend herunter zu regulieren, so dass keine postinfektiösen Komplikationen, wie z.B. Autoimmunerkrankungen, auftreten.

Verschiedene Ärzte haben inzwischen die günstige Wirkung von Vitamin D auf das Immunsystem festgestellt bzw. neu entdeckt. In der Behandlung der Tuberkulose durch einen Aufenthalt im Hochgebirge hat man bereits seit Anfang des 20. Jahrhunderts den Einfluss des Sonnenlichts genutzt. In Anbetracht der zunehmenden Resistenzentwicklung der Erreger gegen Tuberkulostatika ergäbe sich mit einer Hochdosisbehandlung an Vitamin D möglicherweise eine segensreiche Alternative dank unseres heutigen Wissensstandes.

Erfahrungen einer Ärztin mit Vitamin D-Mangel

Im Jahre 1993 entdeckte ich selbst, dass eine Patientin, die depressiv erschien, aber durch eine psychotherapeutische Behandlung keine Besserung erfuhr, in Wirklichkeit einen schweren Mangel mit sekundärem Hyperparathyreoidismus hatte. Sie entwickelte nicht zu übersehende körperliche Beschwerden. Die Hauptsymptome waren fast kompletter Haarverlust, abnorme Schwitzneigung, ausgeprägte Überempfindlichkeit gegen Medikamente sowie massive Schlaf-, Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen. Zum Glück entwickelten sich diese beängstigenden Symptome durch eine Therapie mit Vitamin D und Mineralstoffen fast komplett zurück.

Starkes Immunsystem dank Vitamin D

In der Folgezeit wurde mir langsam die Bedeutung von Vitamin D für die gesamte Gesundheit, die seelische wie die körperliche, immer klarer. Unter anderem stellte ich fest, dass Patienten, die mit 5.000 bis 10.000 IE (125-250 mcg) Cholecalciferol behandelt wurden, keine Winter- und Frühjahrsinfekte mehr entwickelten.

Inzwischen haben auch Ärzte aus anderen Teilen der Welt den gleichen günstigen Effekt von Vitamin D auf das Immunsystem neu entdeckt.

  • So verabreichte Dr. Cannell aus Kanada im Winter 2005 in einer geschlossenen Nervenanstalt seinen Patienten wegen der fehlenden Möglichkeit, vom Tageslicht in freier Natur zu profitieren, hohe Dosen Vitamin D. Zu seinem Erstaunen erkrankten seine Patienten im Gegensatz zu Patienten anderer Stationen, die kein Vitamin D erhalten hatten, nicht an einer schweren Grippeepidemie.
  • Dr. Glick aus Wisconsin bemerkte den gleichen Tatbestand. Er konnte das Auftreten der Schweinegrippe (H1N1) im Juni 2009 auf nur 0,7% drastisch senken, während die Angestellten der Klinik zu 7,5% erkrankten.
  • Dr. Campbell aus Georgia fand vergleichbare Ergebnisse bezüglich der Schweinegrippe im September 2009. Sie stellt ihre Patienten auf einen 25OHD3-Spiegel von 50-80 ng/ml (125-200 nMol/L) ein, was dem inzwischen international anerkannten optimalen (wünschenswerten) Spiegel von 40 ng/ml (100 nMol/L) in etwa entspricht.

Vitamin D und Calcium gegen chronische Krankheiten

Wenn Sie bereits eine chronische Erkrankung aus dem entzündlich-rheumatischen oder auto-immunen Formenkreis haben, ist es für Sie von großer Wichtigkeit, anhaltend eine ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Calcium zu gewährleisten, da nur so das Immunsystem wieder in eine tolerante und dennoch abwehrkräftige Reaktionslage zurück schwingen kann.

Denken Sie daran, dass die meisten Menschen selbst im Sommer nicht ausreichend Sonne tanken können, um den Wert stabil im optimalen Bereich zu halten. Der Gebrauch von Sonnencreme mit einem Lichtschutz-Faktor von 8 oder höher verhindert zudem, dass sie überhaupt Vitamin D3 in Ihrem Körper bilden können.

Regelmäßiger Test empfohlen

Daher bitten Sie Ihren Arzt oder Heilpraktiker, Ihren Spiegel zu überprüfen. Auch ein momentan ausreichender Wert ist kein Grund für Entwarnung. Ohne beständige Zufuhr durch Präparate oder Sommer-Sonnenlicht fällt er unweigerlich bald wieder ab.

Der Wert kann oft schon durch Einnahme einer Dosis von 2.000 IE (50 mcg) pro Tag optimiert werden. Durch Blutkontrollen lässt sich feststellen, welche individuelle Dosis Sie brauchen. Der individuelle tägliche Bedarf kann durch chronische Erkrankungen, Medikamenten-Einnahme, Hautfarbe, Sonnencreme und vorwiegenden Aufenthalt in geschlossen Räumen deutlich höher als bei anderen liegen.

Dr. med. Anna Dorothea Höck

 

Den Ursprungstext finden Sie in der PDF-Datei „Vitamin D und Infekte“, dort findet sich auch ein ausführliches Literaturverzeichnis am Ende der PDF-Datei.